Vortrag: State of the Art – Post-Quantum-Kryptographie

Im Namen meines damaligen Arbeitgebers, der Boreus GmbH (heute WIIT AG), habe ich 2019 auf der IT-Sicherheitskonferenz den Vortrag „State of the Art – Post-Quantum-Kryptographie“ gehalten. Er knüpft an meinen Vortrag von 2017 und an meine Masterthesis an und zeigt, was sich seitdem getan hat.

Worum ging es?

Der Vortrag gab einen Überblick über den Stand von Technik, Förderung und Standardisierung rund um Quantencomputer und quantenresistente Verfahren.

  • Technologie: Die Zahl der Qubits pro Chip wächst stetig (2018: 72 Qubits bei Google im Forschungsbereich, 2019: 53 Qubits bei IBM zur Miete). Gleichzeitig sinkt der geschätzte Aufwand, um heutige Verfahren zu brechen: Für die Entschlüsselung von 2048 Bit innerhalb von acht Stunden werden nur noch rund 20 Millionen Qubits erwartet.
  • Förderung: Bund und EU investieren in Quantentechnologie, darunter 165 Millionen Euro für abhörsichere Quantenkommunikation und das EU Quantum Manifesto mit einer Milliarde Euro.
  • Standardisierung: Der NIST-Wettbewerb von der Ausschreibung 2016 über 69 Einsendungen in Runde 1 bis zu 26 Kandidaten in Runde 2, dazu der hashbasierte Signaturstandard XMSS.
  • Open Quantum Safe: Die Open-Source-Bibliothek liboqs und ihre Prototyp-Integrationen in OpenSSL (TLS 1.3), Apache, OpenVPN und OpenSSH, mit denen sich Post-Quanten-Verfahren praktisch erproben lassen.

Ausblick und Fazit

Der Ausblick zeichnete einen Zeitstrahl: Entwürfe der NIST-Standards für 2022 bis 2024, die Entwicklung und Verbreitung für 2025 bis 2027 und ein universeller Quantencomputer laut EU bis 2035. Die Botschaft: Die Standardisierung nimmt Fahrt auf, und mit Werkzeugen wie Open Quantum Safe kann man sich schon heute auf den Wechsel vorbereiten.

Stand: 2019. Die Einschätzungen zu Zeitplänen und Qubit-Zahlen spiegeln den damaligen Stand wider.